Sonntag, 5. Oktober 2014

|Rezension| Keine Angst, es ist nur Liebe.

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Alle Frauen schauen ihn an, aber er hat heute Abend nur mich gesehen. Er riecht so gut, dass ich ihn auffressen könnte, und was mache ich? Ich flüchte vor ihm. - Seite 59

Das einzige Rosarote in meinem Leben ist im Moment mein Klodeckel aus Plüsch und das soll, wenn möglich, auch so bleiben. - Seite 91

Warum kann ich, Anna Maria Elisabeth Rogner, nicht einfach nur ein bisschen mehr normal und ein bisschen weniger oberangsthasenmäßig sein? Ich habe nämlich Angst vor so ziemlich allem – das heißt, eigentlich gibt es fast nichts, wovor ich nicht Angst habe, um genau zu sein. Wobei – vor zu teuren Therapiesitzungen habe ich keine Angst. Und vor Sonnenblumen auch nicht. Und vor Dreifach-und-Doppelsprüngen auf dem Eis schon gar nicht! ABER: ja, es ist tatsächlich so! Seit der Geschichte mit dem Baby habe ich definitiv Angst vor der Liebe und somit auch vor Matts, der mein Leben gerade ziemlich durcheinander wirbelt. Sieben erstaunliche Angstbewältigungsaufgaben hat er mir gestellt, dieser eigenartige Profisportler. Sieben Aufgaben, mit denen ich mich auf die Suche nach mir selbst begebe – und letztendlich auch auf die Suche nach dem Mann, den ich liebe…


Meine Vorurteile gegenüber Anna waren ganz eindeutig: Sie verkriecht sich, ist schüchtern und traut sich nicht viel! Obwohl Anna ein riesengroßer Angsthase ist, dürft ihr sie nicht gleich unterschätzen, denn sie punktet mit ihrer starken Persönlichkeit! Dank Marlies wunderbaren Schreibstil, darunter auch der Ich-Perspektive, konnte ich mich endlich wieder 100%ig in einen Charakter hineinversetzten. Anna wurde in ihrer letzten Beziehung übel verletzt und da jetzt Matts, ihre neue Bekanntschaft auf der Matte steht (höhö, Matts-Matte...okay nicht witzig:D) ist es klar, dass sie sich nicht öffnen kann. Was jetzt folgt, erinnert mich sehr an "P.S. Ich liebe dich". Matts gibt ihr jeden Tag, eine Woche lang, Aufgaben, die sie bewältigen muss mit dem Ziel, ihrer Angst keine Chance zu geben und Matts lieben zu lernen. Zuckersüß!

Anna kann dem Leser ihre heftigen Gefühlen sehr gut überbringen und findet immer die passenden Worte für ihre Stimmungsschwankungen. Ich habe immer sofort gemerkt, wie es in ihr vorgeht und nonstop mitgefühlt. Marlies hat einen besonderen Schreibstil. Mir kam es vor, als wenn Anna V-Logs (Videos) für mich dreht und sich so mir alles aus dem Herzen schüttet. Sie ist in kurzer Zeit eine richtige Freundin geworden und auch die eingeschobenen Klammersätze, sowie meine Ich-liebe-es-wenn-einfach-nach-jedem-Wort-ein-Bindestrich-folgt, peppen das Buch auf und sorgen für eine Portion Humor. Von Matts Charaktere bekommt man nicht sehr viel mit, da Anna in diesem Buch fast ca. 80% allein durch die Gegend streift. Der Kritikpunkt und auch, dass Anna einfach IMMER beim Erzählen abschweift, hat mich ab und zu genervt. Deshalb wurde die Story in der Mitte langatmig und langweilig! Anna, bitte komm endlich auf den Punkt!:D Und wein nicht so viel! Zum Schluss hin heult sie fast auf jeder zweiten Seite-.-

Annas Situation mit Matts ist einfach der pure Nervenkitzel! Sie hat totale Angst davor, dass Matts von ihrer panischen Angst etwas mitbekommt und redet sich ständig ein, dass er sie dann als Geisteskranke und Irre abstempeln wird. Auch ihre letzte Beziehung spielt in diesem Buch eine wichtige Rolle, warum sie sich denn jetzt nicht auf Matts einlässt. Ihr größter Wunsch ist ein normales Leben...Darum habe ich ständig meine Daumen gedrückt, dass der Matts die Anna später "knacken" kann, denn er mit seinen Ideen so unglaublich süß! Er passt einfach perfekt zu ihr, aber sein Kosewort (ich fange immer an zu würgen)...meine kleine Zauberelfe...bitte nicht! NEIN! *würg* "Keine Angst, es ist nur Liebe" verspricht viele kleine Lacher zwischendurch. Anna und vor allem auch Matts sind sehr sympathische Charaktere, die immer die Gelegenheit nutzen, einen witzigen Spruch rauszuhauen. 


Der Roman "Keine Angst, es ist nur Liebe" ist eine Liebesschnitzeljagd, die mir die Nerven geraubt hat! Viel Humor, liebenswürdige Nebencharaktere und Dramatik zum Schluss. Ich gebe dem Buch 3 Sterne, denn in der Mitte wurde es leider sehr langatmig und mit Anna hatte ich ein paar Probleme, da sie viel "schnattert" :D Trotzdem macht der Roman sonst unglaublich viel Spaß!